18.03.2008
Sportlerehrung Huttwil - Bericht im Unter Emmentaler

 

And the «Huttu»-Oscar goes to…

Die am Ehrungsabend der Gemeinde Huttwil anwesenden Geehrten aus den Bereichen Sport und Kultur. Bild: Stefean Leuenberger
 
 
Ehrungen in Kultur und Sport der Gemeinde Huttwil. Am Freitag wurden im «Mohren»-Saal verdienstvolle Huttwiler Einzelpersonen und Vereine in Sport und Kultur geehrt. Die Kultur- und Freizeitkommission konnte eine grosse Anzahl Personen ehren, die mit ihren Leistungen beste Werbung für das Huttwiler Städtli betreiben. Sie will den Ehrungsanlass auf das nächste Jahr hin aber überdenken.

 
Seit einigen Jahren führt die Gemeinde Huttwil keine Vereinsempfänge mehr durch. Vielmehr wird den erfolgreichen Einzelpersonen und Vereinen mit einem jährlichen Ehrungsabend Anerkennung geschenkt. Wiederum organisierte die Kultur- und Freizeitkommission der Gemeinde Huttwil diesen Abend am vergangenen Freitag. Nur halb so viele Leute wie im Vorjahr wohnten der Huttwiler Oscar-Verleihung bei. Krankheitshalber wurden die Ehrungen dieses Jahr nicht vom Gemeindepräsidenten Ulrich Anliker vorgenommen. Kurzerhand sprang Gemeinderat Lukas Jenzer in die Bresche. Und Jenzer verlieh dem Ehrungsabend die angenehme Kurzweiligkeit. Mit seinen mit humorvollen Zitaten gewürzten Kurzlaudatios schaffte es der Präsident der Orientierungslauf-Gruppe Huttwil sogar, den Ehrungs-abend schneller über die Bühne zu bringen, als es der Zeitplan vorgab. Und trotz der Kürze wurde gesagt, was gesagt werden musste. Jenzer regte zu Beginn auch zum Nachdenken an, als er erwähnte, dass in Beruf und Familie unzählige Spitzenleistungen im Verborgenen abgehalten werden.

OL, Kugelstossen und Einrad
Unter den vielen Geehrten befanden sich vorwiegend Musiker und Sportler. Im Bereich des Sports konnten nun auch jene Einzelsportler oder Vereine aus der Gemeinde Huttwil Ehre für ihre Verdienste in Empfang nehmen, welche es beim erstmals durchgeführten Club-88-Sportpreis Region Huttwil im Februar nicht unter die Preisträger geschafft hatten. Die Orientierungsläufer erhielten Lobesworte für die vielen Medaillen, welche an nationalen Titelkämpfen gewonnen wurden. Mit Jonas Mathys, Sarina Jenzer (dieses Duo glänzte sogar international), Flavia Zürcher, Elena Ryser, Astrid Lanz, Mirja Jenzer, Flurina Donatsch, Silvio Strub und Emil Meyer konnten Medaillengewinne über mehrere Generationen gefeiert werden. Der durch den Abend führende Lukas Jenzer konnte sich als zweifacher Schweizermeister im OL-Block ebenfalls ehren lassen. Für die Leichtathletik-Vereinigung Huttwil stand Musterathlet Michel Edzimbi (Silber im Kugelstossen der U23-Kategorie mit 14,09 m) im Rampenlicht. Wie jedes Jahr gab es auch unzählige Medaillengewinne an der nationalen Einradmeisterschaft zu feiern. In der Einradgruppe des ATB Huttwil besonders erfolgreich wirkt Philipp Henestrosa, vierfacher Schweizermeister im letzten Jahr. Seine überragende Klasse im Huttwiler Team zeigte er auch bei einer beeindruckenden Showeinlage am Ehrungsabend. Ebenfalls SM-Medaillen gewannen Cinderella Siegenthaler, Ramona, Fabienne und Daniel Schäfer, Felix Frei und Susanne Liechti, die später dem Publikum auch noch ihr Können auf nur einem Rad präsentierten.

Hornusser in der NLB
Weitere Leistungen im Sport erhielten Anerkennung. Die Hornussergesellschaft Huttwil wurde für ihren seit Jahren angestrebten und im Jahr 2007 nun geglückten Aufstieg in die NLB geehrt. Auch die B-Equipe erhielt für ihre Meisterschafts- und insbesondere Festleistungen Anerkennung. Hinzu wurden Ueli Habegger, Marcel Eggimann, David Eggimann und Markus Ruf für ihre Einzelschläger-Leistungen belohnt.
Das grosse Huttwiler Aushängeschild im Hornussersport, Ueli Habegger, war am Ehrungsabend nicht anwesend. In der Meisterschaft 2008 wird er mit der HG Wasen-Lugenbach in der NLA um Meisterschaftspunkte kämpfen. Obwohl 1993 geboren, sorgt der Schwarzenbacher Kevin Heiniger vom SAC Huttwil im Sportklettern seit Jahren für Furore. Auch 2007 gewann das Talent drei Medaillen an Schweizermeisterschaften. Wie Heiniger darf auch Heidi Graber vom TV Huttwil als Dauergast am Ehrungsabend bezeichnet werden. Auch im letzten Jahr konnte sich die erfolgreiche Leichtathletin, nebst ihrem WM-Start, in ihrer Seniorinnen-Kategorie Meisterschaftsmedaillen im Speerwerfen, Kugelstossen und Diskuswerfen umhängen lassen. Manuela Ruch vom Kavallerie-Reitverein Huttwil und Umgebung gewann auf der Stute Nokiara den Final des Berner Cups in Müntschemier in der Kategorie R III. Vom Kynologischen Verein Huttwil erhielten Alfred Bumann und Ueli Schütz anerkennende Worte für ihre Leistungen im Hunde-sport. Doris Burkhardt Matter und Christof Gerber wurden als Aushängeschilder der Pistolensektion Huttwil für ihre in- und ausländischen Topergebnisse mit der an alle Geehrten verteilten Medaille aus Gebäck belohnt. Von den Feldschützen Häbernbad standen im letzten Jahr die Nachwuchsleute Simon Bieri, Daniel Sommer, Raphael Stuker und Christoph Reitnauer im Mittelpunkt. Sie gewannen den Kantonalmeistertitel der Jungschützen in der Gruppenmeisterschaft. Auch der Aktivschütze Jürg Röthlisberger wurde ausgezeichnet.

Gutes Nothilfe-Projekt
Im kulturellen Bereich erhielten die beiden Jodlerklubs Huttwil und Schwarzenbach Anerkennung für die tolle Organisation des Bernisch-Kantonalen Jodlerfestes in Huttwil kurz nach dem verheerenden Unwetter. Der Jodlerklub Schwarzenbach trug zwei Lieder zum Abend bei. Für die Samariter aus Huttwil und Umgebung glänzten Sereina Schmocker und Eva Wegmüller mit dem Projekt «Erste Hilfe im Klassenzimmer». «Sport ist eine völkerverbindende Sache – vor allem die Ärzte haben viel zu verbinden», scherzte Jenzer bei der Ehrung des prämierten Nothilfe-Ausbildungsprogramms für Siebt- bis Neuntklässler, welches demnächst an einer Huttwiler Schule zur Anwendung kommen dürfte. Die Stadtmusik Huttwil unter der neuen Führung (Dirigent Urs Heri und Präsident Bernhard Brechbühl) präsentierte im letzten Ehrungsblock zwei musikalische Darbietungen. Geehrt wurde die Stadtmusik, nebst all ihren Engagements, für ihren grandiosen Auftritt anlässlich des Viertagemarsches im holländischen Nijmengen im vergangenen Juli. Schliesslich wurde Pascal Keller aus Huttwil für seinen Meisterprüfungs-Erfolg im Beruf, der Beförderung zum eidg.-dipl. Elektroinstallateur mit der Note 5,5, ausgezeichnet. Quasi stellvertretend für alle erfolgreichen Huttwiler Berufsleute nahm er die Auszeichnung in Empfang. Ebenfalls einen Beitrag zum gelungenen Abend steuerte die Musikschule Huttwil bei. Die Schwyzerörgeli-Schüler, unter der Leitung von Thomas Aeschbacher, setzten sogar einen Höhepunkt. Besonders das zweite Lied mit finnischem Gesang, mit der Geigen-Solistin Sarah Aeschbacher (übt täglich eine Stunde Schwyzerörgeli und Geige), wusste zu überzeugen. Viel Pep in den Abend brachte die Aerobic-Kleinformation des Turnvereins Huttwil, welche ihre SM-Kür präsentierte.

Ehrungsanlass überdenken
Die Moderatorin Hedwig Schär von der Freizeit- und Kulturkommission Huttwil verriet den Anwesenden, dass das Konzept des Huttwiler Ehrungs-abends auf das nächste Jahr hin überdacht und grundlegend geändert werden könnte. Mehr konnte sie dazu noch nicht sagen. Fakt war auch dieses Jahr, dass ausschliesslich jene Personen und Vereine geehrt wurden, welche durch die Vereinspräsidenten der organisierenden Kultur- und Freizeitkommission gemeldet wurden. Verdienstvolle Personen und Vereine, welche von ihren Vereinspräsidenten nicht gemeldet wurden, gingen so ungewollt vergessen respektive leer aus.

 

 

 



17.07.2007
Über den Aufstieg in die NLB - Bericht im Unter Emmentaler
 

HG Huttwil steigt verdient in die NLB auf

Die HG Huttwil hat nach einer souveränen Meisterschaft 2007 den Aufstieg in die NLB verdient geschafft. Auf dem Bild fehlen Andreas Schüpbach und Hansueli Richard. Bild: Stefan Leuenberger
 
 
Hornussergesellschaft Huttwil. Nach einer langen Durststrecke hat die HG Huttwil, die 2000 aus der Gründung der beiden Gesellschaften Huttwil-Stadt und Huttwil-Land hervorging, das lang ange-strebte Ziel endlich geschafft. Der Aufstieg in die NLB wurde mit elf Siegen in elf Spielen und 42 von 44 möglichen Rangpunkten auf souveräne und verdiente Art und Weise erarbeitet.


 
Die HG Huttwil hat es geschafft. Erstmals überhaupt seit Einführung der Schweizermeisterschaft der Hornusser 1993 steigen die Blumenstädter in die NLB, die zweithöchste Liga im Hornussen, auf. Es ist der grösste Erfolg der Vereingeschichte, was das Meisterschaftshornussen betrifft. «Es war unser grosses Ziel, die Meisterschaft 2007 ohne dumme Nummern und mit guten Schlagresultaten zu bestreiten», berichtet David Eggimann, Präsident der HG Huttwil. Und dies ist den Huttwilern gelungen. Sie haben den Aufstieg nicht erzittert, sondern absolut verdient geschafft. In elf Spielen blieb die HG Huttwil unbesiegt und holte 42 von 44 möglichen Rangpunkten. Der einzige Aussetzer der Erfolgssaison ist auf einen unglücklichen Umstand zurückzuführen. «Wegen der Mithilfe am Jodlerfest in Huttwil haben wir das Spiel gegen Mützlenberg-Nesselgraben A vorgeholt», informiert Eggimann. Und gerade in diesem vorgezogenen Spiel kassierte Huttwil aufgrund der schwierigen Wetterverhältnisse die einzige Nummer in dieser Saison (der Nouss war schlichtweg nicht sichtbar). Da der Gegner mit den schwierigen Sichtverhältnissen noch mehr Mühe bekundete und gleich drei Nummern kassierte, ging Huttwil A am Ende glücklich auch aus dieser Partie als Sieger hervor. Im Gegensatz zu den anderen zehn Meisterschaftspartien resultierten für einmal zwei Rangpunkte für den Sieg, denn beim Schlagen waren die Huttwiler wie immer überlegen.

Die harten Jahre
Huttwils Hornusser hätten mit ihren vielen Langschlägern längst das Potenzial für die NLB gehabt. Es wollte in der Vergangenheit aber nie klappen. Im Jahr 2000 erfolgte die Fusion der beiden Hornussergesellschaften Huttwil-Stadt und Huttwil-Land zur HG Huttwil. Bereits in der ersten Saison als neuer Gesamtverein schaffte die HG Huttwil 2001 den Aufstieg in die 1. Liga. Dann folgten die vier bitteren Jahre. Unter der Führung des heutigen Wäseli-Hornussers Martin Schär strebte die HG Huttwil den weiteren sportlichen Erfolg in Form des Aufstiegs in die NLB an. Die Saison 2002 endete für Huttwil auf dem 4. Rang. 2003 wurde es knapper. Mit nur zwei Rangpunkten Rückstand auf den Aufsteiger Rüderswil belegte Huttwil den 3. Rang. In der Meisterschaft 2004 stand den Blumenstädtern am Ende nur die HG Hasle vor der Sonne. Die HG Hasle stieg mit zwei Rangpunkten mehr in die NLB auf. Den bisher bittersten sportlichen Moment in der siebenjährigen Geschichte der neugegründeten HG Huttwil folgte im Jahr 2005. Nach acht von elf Meisterschaftsrunden lag Huttwil mit sechs Rangpunkten Vorsprung als Leader souverän auf dem angestrebten Aufstiegsplatz. Doch was niemand dachte, trat ein. Die HG Huttwil zeigte Nerven und verspielte in den Schlussrunden den gesamten Vorsprung. Wasen-Lugenbach B fing die Huttwiler quasi auf der Zielgeraden ab. Das brutale Verdikt am Ende der Meisterschaft lautete: 1. Wasen-Lugenbach B (36/1/10992), 2. Huttwil A (36/2/12437). Dieses sportliche Versagen brachte einige Missstimmung mit sich. Die Fehler wurden überall gesucht, nur nicht bei der Ursache. Dies führte auch dazu, dass 2006 mit dem 8. Schlussrang eine Zwischensaison ohne Glanz erfolgte.

Viele Gründe für den Erfolg
Die HG Huttwil ist aber wieder auferstanden und hat 2007 mit vielen neuen Methoden und einer vorbildlichen Harmonie und Zusammenarbeit zwischen Team A und Team B den Erfolg zurückgeholt. «Wir haben mehr für den Erfolg getan als früher. Dies ist vor allem auch auf die Trainingsmethoden unseres neuen Spielleiters Armin Kurth zurückzuführen», berichtet David Eggimann. Kurth liess die Hornusser vor allem polysportiver trainieren, was nebem dem Spass auch eine grosse Wirkung zeigte. Auch im mentalen Berich wurde einiges unternommen. Und Kurth behandelte alle Teammitglieder genau gleich, da seiner Meinung nach alle in irgendeiner Form ihren Teil zum Ganzen und damit zum Gelingen beisteuern. «Dann zahlte sich auch unsere bereits seit vielen Jahren gute Arbeit im Nachwuchsbereich aus. Die heutigen Leistungsträger stammen alle aus dem eigenen Nachwuchs. Und es rücken immer neue Eigengewächse heran», freut sich der Vereinspräsident. Viel zum lange ersehnten Aufstieg in die NLB hat auch die Tatsache beigetragen, dass fast alle Spieler dem Verein die Treue gehalten und nicht zu anderen Gesellschaften abgewandert sind. Die beiden Abgänge von Martin Schär (HG Wäseli) und Andreas Hiltbrunner (HG Gondiswil) brachten die Equipe nicht aus dem Gleichgewicht. «Wir haben über die Jahre alle an den Aufstieg geglaubt. Schön, dass ihn jetzt genau diese Spieler geschafft haben», lacht Eggimann. Besonders am Erfolg von Huttwil A, das die Gruppe 3 der 1. Liga mit sechs Rangpunkten Vorsprung auf Röthenbach (jene Gesellschaft, welche in der Saison 2005 den Huttwilern den Aufstieg im letzten Spiel vermasselte) geradezu dominierte, ist die Konstanz. «An den Festen, wo wir schon oft tolle Erfolge erzielten, spielt immer die Tagesform eine entscheidende Rolle. In der Meisterschaft hingegen setzt sich nur eine Gesellschaft durch, welche über eine längere Zeitspanne ihr Niveau halten kann», sagt David Eggimann. Huttwil A hat diese Konstanz 2007 an den Tag gelegt und damit verdient den Aufstieg in die NLB geschafft. Noch nie hat es die HG Huttwil ausserdem geschafft, drei Spieler in der rund 960 Hornusser umfassenden 1.-Liga-Einzelschlägerrangliste unter die top 30 zu bringen. Nun ist dies dank Ueli Habegger, Marcel Eggimann und David Eggimann der Fall. Und der Arnold Schwarzenegger der Hornusser, Ueli Habegger (Vize-Einzelschlägerkönig am letzten Eidgenössischen Hornusserfest), dürfte sogar einen Podestplatz belegen (die Schlussauswertung ist noch nicht erfolgt).

Fähig, im NLB-Mittelfeld mitzuhalten
«Ich möchte an dieser Stelle allen Sponsoren, Zuschauern und Vereinskameraden danken, welche an die HG Huttwil geglaubt haben. Der Erfolg ist auch ihr Verdienst», bedankt sich der Vereinspräsident. Nun darf sich Huttwil auf die allererste Saison in der NLB vorbereiten. «Vieles wird neu für uns. Aber die Freude darauf ist sehr gross», sagt Eggimann. Dank dem Aufstieg von Huttwil A und Gondiswil A wird es zu noch mehr regionalen Derbys kommen. Ob Huttwil A und Gondiswil A in die gleiche Gruppe eingeteilt werden, wird die Auslosung zeigen. «Ich denken, dass wir in die Gruppe 1 und Gondiswil in die Gruppe 2 gelost werden», vermutet Eggimann. Zwischen den beiden in die NLB aufgestiegenen Nachbarn besteht ein freundschaftliches Verhältnis. «Wir freuen uns mit den Gondiswilern. Wir mögen ihnen den Erfolg gönnen. Es kann sogar sein, dass wir gemeinsam an die Meisterschafts-Rangverkündigung nach Bützberg reisen werden», verrät Eggimann. Für die erste NLB-Saison dürfte es bei der HG Huttwil keine Abgänge geben. Primär wird natürlich der Ligaerhalt das Saisonziel der Blumenstädter sein. Doch David Eggimann glaubt, dass Huttwil A im vorderen Mittelfeld mithalten kann, wenn – wie in der Saison 2007 – keine dummen Nummern passieren und konstante Schlagresultate erzielt werden.

Stefan Leuenberger



20.03.2007
Auszug aus dem Unter Emmentaler vom 20.03.2007 anlässlich Huttwils Sportlerehrung

Ueli Habegger

Ein überragender Hornusser
Ehre wurde auch dem «Arnold Schwarzenegger des Hornussersports» zuteil. Die Saison 2006 von Ueli Habegger von der HG Huttwil darf als wirkliches Meisterwerk bezeichnet werden. Der sympathische Habegger krönte seine Leistung mit dem Vizemeistertitel im Einzelschlägerklassement des Eidgenössischen Hornusserfestes in Bleienbach/Thörigen. Trotz der momentanen Erfolglosigkeit in der Meisterschaft gab es auch beim Handballverein Huttwil Grund zur Freude. Handball-Ikone Beat Tanner wurde für seine 35-jährige Tätigkeit beim HV Huttwil sowie als Schiedsrichter im Innerschweizer Handballverband geehrt. Lob erhielt auch der 21-jährige David Nyffenegger für seinen fantastischen Karrierensprung vom HV Huttwil über den HC Malters hinauf zum TV Suhr in die NLA sowie in die U21-Nationalmannschaft der Schweiz. Vom SAC Huttwil wurde Jungtalent Kevin Heiniger für seine Gold- und Silbermedaille an Schweizermeisterschaften im Sportklettern ausgezeichnet. Jonas Mathys, Sarina und Lukas Jenzer, Astrid Lanz, Flavia und Hans Zürcher, Tanja Häfeli sowie Lukas Müller gewannen für die Orientierungslauf-Gruppe Huttwil zwölf Medaillen an den verschiedenen OL-Schweizermeisterschaften. Sarina Jenzer gewann zudem mit der Schweiz Staffel-Bronze an der Nachwuchs-EM in Slowenien. Über das grosse Aushängeschild der OLG Huttwil, Jonas Mathys (Mitglied Junioren-Nati), ist im heutigen Sportteil zu lesen.

Ganzer Bericht

Eine grosse Palette überragender Leistungen

Hedy Schär, Ulrich Anliker und Heidi Anliker führten durch den Ehrungsabend. Bild:slh
 
 
Ehrungen in Kultur und Sport der Gemeinde Huttwil. Gemeindepräsident Ulrich Anliker mit seiner Frau Heidi Anliker und Hedy Schär von der Kulturkommission Huttwil führten im gut gefüllten «Mohren-Saal durch den alljährlichen Ehrungsabend der Gemeinde Huttwil für verdienstvolle Einzelpersonen und Vereine in Sport und Kultur.

 
Für das grosse Engagement während des gesamten vergangenen Jahres wurden am Freitag im Huttwiler «Mohren»-Saal die erfolgreichsten Sportler, Musiker und Kulturschaffenden anlässlich des alljährlichen Ehrungsabends der Gemeinde Huttwil geehrt. Der durch den Abend führende Gemeindepräsident Ulrich Anliker erwähnte in seiner Begrüssungsrede, dass im Jahr 2006 von über 80 Huttwiler Vereinen in der Presse berichtet wurde. Jeder öffentliche Auftritt sei eine gute Werbung für Huttwil, meinte Anliker, der bei der Ehrung von seiner Frau Heidi, von Hedy Schär (Kulturkommission Huttwil) und von
Bühnenmeister Daniel Scheidegger assistiert wurde.

Die Jugend zur Mithilfe aufgefordert
Anliker erwähnte die Wichtigkeit des Abends, damit die vielen guten Leistungen gebührend – und mit einem kleinen Betrag in die Vereinskasse – gewürdigt werden können. Gleichzeitig erwähnte er die Wichtigkeit des Vereinsschaffens in Huttwil. Er forderte besonders die Jungen auf, Vorstandsarbeiten anzunehmen. Diese ehrenamtliche Tätigkeit sei zwar eine grosse Knochenarbeit, bringe aber auch unvergessliche Erlebnisse und wertvolle Erfahrungen mit sich. Die Vereine seien auf die Mitarbeit und nicht nur das Dabeisein der jüngeren Mitglieder angewiesen, um auch in Zukunft problemlos bestehen zu können.

Musik- und Sportdarbietungen
Der feierliche Abend wurde von zahlreichen Darbietungen umrahmt. Der hochstehendste Vortrag war gleich am Anfang zu sehen und vor allem zu
hören. Die Stadtmusik Huttwil, mit dem unermüdlichen Dirigenten Paul
Gygli, präsentierte ihr feines Spiel. Der Jodlerklub Huttwil und die Trachtengruppe Huttwil zeichneten für die beiden anderen Musikdarbietungen verantwortlich. Sportlich ging es im dreiteiligen Showblock der Einradgruppe Huttwil sowie beim Nachwuchs der Team-Aerobic-Truppe des Turnvereins Huttwil, die sich zum Ohrwurm «I Don’t Feel Like Dancin’» der Scissor Sisters trendig bewegte.

Einige bekannte Gesichter und unterhaltende Szenen
In drei Blöcken nahm Ulrich Anliker die zu ehrenden Vereine, Organisationen und Einzelpersonen vor. Nicht selten waren Gesichter auf der Bühne zu sehen, die bereits vor einem Jahr geehrt wurden. Sie hatten die nicht einfache Aufgabe erfolgreich gelöst, ihren Leistungsstandard über lange Zeit hochhalten zu können. Hedy Schär führte in jedem Block mit einem Geehrten auflockernde und belebende Kurzinterviews. Humorvoll war die Stellungnahme der Feldschützen Häbernbad bei der Frage über das fehlende Gewehr am Gruppenmeisterschaftsfinal. Sogar rührend und ein bisschen «Hollywood like» war die Szene, als Interview-Partner Alfred Bumanns titelgekrönter Labrador der am Ehrungstag den 60. Geburtstag feiernden Ehefrau einen Strauss Blumen überbrachte.

60 Jahre lang in der Stadtmusik
Geehrt wurde im kulturellen Bereich die grosse Arbeit beim Errichten des Huttwiler Weidenpavillons. Zwischen dem 26. März und dem 13. April 2006 entstand in Huttwil der grösste Weidenbau der Schweiz. Markus Widmer, Präsident des Vereins Weidenpavillon Huttwil, nahm stellvertretend für alle Beteiligten das Lob entgegen. Am 32. Eidgenössischen Musikfest in Luzern konnte sich die Stadtmusik Huttwil im vergangenen Juni mit ihrem glänzenden Vorträgen im Aufgaben- sowie im Selbstwahlstück als bester Berner Verein in der 1. Klasse der Harmonie klassieren. Eine spezielle Ehrung erhielten die beiden Stadtmusikanten Hans-Ulrich Mathys und Hans Grädel, welche seit 60 Jahren musizieren. Beide Musiker spielten am 9. April 1946 erstmals für die Stadtmusik. Das Duo wurde am letztjährigen Musiktag in Röthenbach mit der international anerkannten Goldmedaille und Ehrenurkunde als CISM-Veteranen für 60 Jahre aktives Musizieren geehrt. Der Jodlerklub Huttwil und der Jodlerklub Schwarzenbach erhielten für ihre Darbietungen am 43. Bernisch-Kantonalen Jodlerfest die hervorragenden Bewertungen «sehr gut». Natürlich wünschte Ulrich Anliker an dieser Stelle den Jodlern gutes Gelingen für das 44. Bernisch-Kantonale Jodlerfest vom 15. bis 17. Juni in Huttwil. Die Trachtengruppe Huttwil stand den Jodlern in nichts nach und holte sich am 2. Schweizerischen Trachtenchortreffen in Pruntrut ebenfalls die Note «sehr gut». Im musikalischen Bereich kam auch das Akkordeonorchester Huttwil zu Ehren. An der angesehenen 5. Accordion International Competition in Reinach erhielten die Solistinnen Susanne Weber («vorzüglich») sowie Fränzi Loosli und Michèle Fuhrimann («sehr gut») beeindruckende Bewertungen. Die letzte Ehrung im kulturellen Bereich ging an Werner «Kurzspitz» Baumgartner. An der Schweizermeisterschaft der Englischen Scheckenkaninchen in Langenthal holte sich das Mitglied des Ornothologischen Vereins Huttwil mit seinem madagaskarfarbigen Kaninchen den Meistertitel in der Stämmewertung.

Ein Schützenresultat für die Ewigkeit
Eine grosse Anzahl Personen konnte Ulrich Anliker im Bereich Sport für herausragende Leistungen beglückwünschen. Die Feldschützen Häbernbad sorgten in der Formation Benedikt Bieri, Fritz Reinhard, Jürg Röthlisberger sowie Stefan und Marcel Sommer mit dem Schweizermeistertitel an der Gruppenmeisterschaft in Zürich im Feld D für ein historisches Huttwiler Schützenresultat. Bei der Pistolensektion Huttwil glänzten Doris Burkhardt (SM-Bronze Sportpistole 25 m) und Christof Gerber (internationale Wettkämpfe, zweifacher Kantonalmeister). Von der Einradgruppe Huttwil konnten Cinderella Siegenthaler, Fabienne und Daniel Schäfer, Martina Jörg, Felix Frei und Philipp Henestrosa für SM-Einzelmedaillen in ihrer Sportart geehrt werden. Herausragend waren aber die Leistungen von Martina Jörg (Bronze) und vor allem Philipp Henestrosa (Gold und dreimal Silber) an der Einrad-WM in Langenthal. An den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften der Leichtathletik in Frauenfeld gewann Michel Edzimbi von der LV Huttwil im vergangenen September im Kugelstossen in der U20-Kategorie mit 14,78 m (6 kg) den Vizemeistertitel.

Ein überragender Hornusser
Ehre wurde auch dem «Arnold Schwarzenegger des Hornussersports» zuteil. Die Saison 2006 von Ueli Habegger von der HG Huttwil darf als wirkliches Meisterwerk bezeichnet werden. Der sympathische Habegger krönte seine Leistung mit dem Vizemeistertitel im Einzelschlägerklassement des Eidgenössischen Hornusserfestes in Bleienbach/Thörigen. Trotz der momentanen Erfolglosigkeit in der Meisterschaft gab es auch beim Handballverein Huttwil Grund zur Freude. Handball-Ikone Beat Tanner wurde für seine 35-jährige Tätigkeit beim HV Huttwil sowie als Schiedsrichter im Innerschweizer Handballverband geehrt. Lob erhielt auch der 21-jährige David Nyffenegger für seinen fantastischen Karrierensprung vom HV Huttwil über den HC Malters hinauf zum TV Suhr in die NLA sowie in die U21-Nationalmannschaft der Schweiz. Vom SAC Huttwil wurde Jungtalent Kevin Heiniger für seine Gold- und Silbermedaille an Schweizermeisterschaften im Sportklettern ausgezeichnet. Jonas Mathys, Sarina und Lukas Jenzer, Astrid Lanz, Flavia und Hans Zürcher, Tanja Häfeli sowie Lukas Müller gewannen für die Orientierungslauf-Gruppe Huttwil zwölf Medaillen an den verschiedenen OL-Schweizermeisterschaften. Sarina Jenzer gewann zudem mit der Schweiz Staffel-Bronze an der Nachwuchs-EM in Slowenien. Über das grosse Aushängeschild der OLG Huttwil, Jonas Mathys (Mitglied Junioren-Nati), ist im heutigen Sportteil zu lesen.

Schweizermeister mit dem Hund
Für den Kynologischen Verein Huttwil gewann Alfred Bumann mit seinem schwarzen Labrador Faro vom Tennikerweidli 2006 den Schweizermeistertitel im Fährtensuchen. Jetzt freut sich der Huttwiler bereits auf die Heim-WM im Mai in Yverdon und die Schweizermeisterschaft vom 23. bis 25. November vor Heimpublikum in Huttwil. Vom Turnverein Huttwil wurden drei Personen geehrt: Heidi Graber gewann an den Senioren-Schweizermeisterschaften in der Kategorie W60 zwei Titel und eine Silbermedaille und ergänzte ihre Glanzsaison mit der Silbermedaille im Speerwerfen an der Senioren-EM in Polen. Urs Flückiger konnte für seine 15-jährige Tätigkeit im Nachwuchsbereich ein Dankeschön ernten. Seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde 2006 mit dem Jugendförderpreis des Turnverbandes für das Projekt «Ferien-Triathlon» gekrönt. Stefan Leuenberger erhielt für seine 17-jährige Nachwuchsarbeit im Geräteturnen und die zahlreichen persönlichen Erfolge in verschiedensten Sportarten zum Andenken an den Ehrungsabend eine gebackene Medaille mit Aufschrift, welche an alle Geehrten abgegeben wurde. Der Ehrungsabend wurde straff, aber würdevoll abgehalten, weshalb nicht erst zu später Stunde in den gemütlichen zweiten Teil übergegangen werden konnte. Die Kulturkommission Huttwil wird nächstes Jahr allein für den Ehrungsabend verantwortlich zeichnen.
Stefan Leuenberger